Werke und Texte

Spirituelles Erwachen – Leseprobe aus
„Die Verantwortung der Wissenschaftler“
 

 

Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts werden immens sein, und das naturwissenschaftliche Weltbild wird in seinen Grundlagen revolutioniert werden. Ein wichtiger Schritt hierbei wird die wachsende Erkenntnis sein, dass die wahren Ursachen nicht im Physisch-Materiellen liegen, sondern in den geistig-spirituellen Bereichen.[d. Hrsg.]

Die Menschheit geht gegenwärtig durch eine der dunklen Perioden ihrer Geschichte. Notwendiger denn je ist daher für sie das Wissen um die Realität spiritueller, moralischer und ethischer Werte: Werte, die nicht nur den Menschen einbeziehen, sondern ebenso die gesamte Natur, von der wir untrennbare Teile sind. Das Wiedererlangen der spirituellen Intuition des Menschen und der daraus resultierenden Erkenntnis, dass die Natur als Ganzes wie auch in ihren Teilen von Bewusstsein durchdrungen ist und in unterschiedlichen Graden der Spiritualität bis hinab zum Physischen bewusst ist, wird dem krassen Materialismus entgegenwirken. Denn der Materialismus, der tote und seelenlose Mechanismus der früheren Wissenschaft […] ist weitgehend verantwortlich für den Verlust des Verantwortungsbewusstseins des Menschen. Dieser Verlust wurde durch die Irrlehre des modernen Darwinismus hervorgerufen, der besagt, der Mensch stamme vom Tier ab und seine Evolution sei lediglich auf den Körper zu beziehen. Die menschliche Evolution erfolgt jedoch in der Seele: (siehe Diagramm 1) Verantwortung, Gewissen, Mitleid, Moral und Ethik sind die Ziele und als menschliche Pflichten zu bezeichnen. […]

Aus: Gottfried von Purucker: Spirituelles Erwachen. Die Verantwortung der Wissenschaftler. Auszug, S. 184, Hannover 2013.

 

Darwinismus – eine fatale Irrlehre

von Hermann Knoblauch und Bärbel Ackermann

[…] Es ist erforderlich, einige Einwendungen gegen die sogenannte darwinistische Evolutionstheorie zu erheben. Sie besagt, dass der Mensch mit den Affen von einem gemeinsamen Vorfahren abstammt – eine Theorie, die jetzt endlich auch von namhaften Wissenschaftlern ernsthaft infrage gestellt wird und die von der Esoterischen Philosophie als fataler Irrglaube bezeichnet werden muss. Die Darwinisten erklären, dass die große Veränderung von tierischen zu menschlichen Körpern nach gewissen Gesetzen geschehen ist, wie zum Beispiel durch das „Überleben des Tauglichsten“ und die „natürliche Zuchtwahl“. Diese Theorie bezieht sich daher nur auf die Körper und in keiner Weise auf den wirklichen Menschen als Seele mit der Denkkraft und dem Gewissen sowie dem, was von Paulus selbst als „Geist“ oder Spiritualität bezeichnet wird. Die darwinistische Theorie ist daher mit den Tatsachen unvereinbar. Eine Entwicklung des physischen Organismus als Träger oder Werkzeug des wirklichen Menschen existiert unzweifelhaft; dies ist viel zu offensichtlich, um übersehen werden zu können. Doch wird die Entwicklung nicht durch Zufall oder günstige Verhältnisse, durch Überleben des Tauglichsten oder physische natürliche Zuchtwahl erzielt, was einfach unmöglich ist und nur zum Chaos führen würde. Die wirkliche menschliche Evolution bezieht sich nicht auf den Körper, sondern erfolgt vielmehr durch willentliches geistiges Streben nach einem bestimmten Ziel seitens des fühlenden Wesens, das durch den sich beständig verändernden und sich entwickelnden Körper wirkt und diesen auch beschützt.

Da der Darwinismus sowohl in der Auffassung als auch in der Blickrichtung essenziell materialistisch ist, ist einerseits seine moralische Wirkung auf die menschliche Seele verheerend, und andererseits lähmt er weiterführende Forschungen des menschlichen Intellektes.

Der Darwinismus lehrt, dass der Mensch nur ein entwickeltes Tier sei, genauer gesagt, ein entwickelter Affe; dass es nichts als grobe physische Materie, uninspirierte, gefühllose, ja tote Materie in der Welt gäbe; dass Glück oder Zufall das grundlegende Gesetz oder besser Verfahren sei – wenn man es so nennen kann –, das durch zufällige Anpassung Verbesserungen an den Körpern zustande bringe; dass Geist und spirituelle Ideale nur Träume seien und an sich nicht existierten, sondern auf irgendeine geheimnisvolle und unerklärte Art die Resultate chemischer Tätigkeiten in den Zellen des Gehirnes seien; dass, wenn ein Mensch stirbt, dies sein endgültiges Ende sei. Und einige moderne Biologen und Evolutionisten sagen dem Inhalt nach, dass die einzige Unsterblichkeit, an die sie glauben, die Unsterblichkeit in den Nachkommen des Menschen ist – was natürlich für den Einzelnen überhaupt keine Unsterblichkeit ist. Diese Lehre ist gleichbedeutend mit der Behauptung eines völligen individuellen Erlöschens oder Vergehens, und sie ist daher eine Lehre des gröbsten Materialismus. Es ist in jedem Fall absurd, von „Unsterblichkeit“ in Verbindung mit physischen Körpern zu sprechen, die offensichtlich nur sehr unbeständige und vergängliche vital-chemische Zusammensetzungen sind, und in einem gewissen Sinne ist es noch lächerlicher, das Wort Unsterblichkeit zu missbrauchen, nur um zu zeigen, dass lebende Körper Nachkommen haben, die ihrerseits Nachkommen haben, die wiederum Nachkommen erzeugen, und zwar so lange, wie die Rasse besteht. Das ist keine Unsterblichkeit.

Der verderbliche Einfluss des Materialismus

Die Lehre des Darwinismus ist in ihrer Wirkung auf das menschliche Gemüt verheerend, und zwar nicht nur, weil sie die Stärke des Bewusstseins für die eingeborene Verantwortung des Menschen zerstört, sondern auch deshalb, weil sie nicht einmal die halbe Wahrheit enthält.

Das Resultat ist ein fortgesetztes Herabsinken der Ideale in der modernen Welt, oder anders ausgedrückt, der allmähliche Verlust an Spiritualität. Der verderbliche Einfluss des Materialismus hat sein Leichentuch der Hoffnungslosigkeit und der menschlichen Verzweiflung über die gesamte zivilisierte Welt gebreitet. Erst in verhältnismäßig neuer Zeit haben Biologen durch ehrliches Studium sowie durch ein tieferes Erforschen der Natur und trotz eigener wissenschaftlicher Vorurteile aufgrund ihres gegenwärtigen Wissens einige noch glühende Kohlen der Wahrheit aus dem herausgerettet, was zu Asche menschlicher Hoffnung zu werden drohte.

Die Theosophie lehrt eine von Intelligenz und Bewusstsein geleitete Evolution

Die Theosophie hingegen legt dar, dass das gesamte Universum in allen seinen Teilen und Abschnitten oder Reichen denselben Prozess der Entwicklung oder Entfaltung durchläuft.

Der Grund dafür ist, dass das kosmische Spirituelle, der Sitz des Denkens und Bewusstseins, alldurchdringend und daher der vorwärtstreibende Ansporn hinter dem evolutionären Prozess ist, der allenthalben wirksam ist. Es sollte jedem Menschen klar sein, dass die ihrem Wesen nach bewusste Natur Auslesen vornimmt, aber nicht, wie die darwinistische Hypothese behauptet, durch Glück oder Zufall, sondern mehr oder weniger bewusst. Doch jede „natürliche Auslese“ wird bei jeder Gelegenheit und zu jedem Zeitpunkt im evolutionären Lauf der sich entwickelnden Wesenheit von dem spirituellen Impuls oder Antrieb in ihr selbst regiert und geleitet.

Der Darwinismus popularisiert einen reinen Materialismus mit der Aussage, dass sich Wesenheiten aufs Geratewohl, durch Zufall, ohne innere spirituelle antreibende Kraft entwickeln und zur Entfaltung von Fähigkeiten und folglich auch zu der Bildung von Organen gelangen. Der Darwinismus kennt keinen innewohnenden anspornenden Geist, der den Körper zu fortschreitender Entfaltung antreibt. Gerade hierin aber unterscheidet sich die Theosophie vom Darwinismus.

Dem brutalen Animalismus, den er beinhaltet, sollte die Lehre der Theosophie gegenübergestellt werden: dass alle Existenz ein ununterbrochener Strom verkörperter Leben und Bewusstheiten ist, ein Strom von Lebewesen, die einen Pfad verfolgen, der letzten Endes durch zukünftige Zeitalter der Evolution hindurch zu Weisheit und unsagbarem Wissen führt. … Die in diesem Sinne verstandene durch Geist und Intelligenz geleitete Evolution basiert auf der Tatsache, dass das Universum essenziell bewusst und in seinen Funktionen ethisch ist, da es sich auf kosmischen Geist und kosmisches Leben gründet und deren Evolution ist. […]

Aus: Gottfried von Purucker: Spirituelles Erwachen. Die siebenfältige Natur des Menschen. Auszug, S. 36–40, Hannover 2013.

 

[…] Daher  gebührt jenen ausgezeichneten Wissenschaftlern Hochachtung, die den Weg zu einer spirituellen und intellektuellen Erneuerung der menschlichen Rasse aufzeigen. Auf den Schultern der Wissenschaftler ruht eine schwere Verantwortung, weil sie auf die Öffentlichkeit einen großen Einfluss ausüben. Die Wissenschaftler der Zukunft werden die Hohenpriester der Natur sein, wenn sie sich zu einem aufrichtigen spirituellen Werkzeug der Natur machen. Ihr Tempel sollte das Universum sein. Ihr spirituelles, intellektuelles und physisches Werk im Dienst für die Menschheit sollten sie auf dem Altar der Wahrheit niederlegen.

Aus: Gottfried von Purucker: Spirituelles Erwachen. Die Verantwortung der Wissenschaftler. Auszug, S. 184 f, Hannover 2013.

 

Literaturempfehlung mit ausführlichen Beiträgen zum Darwinismus: Gottfried von Purucker: Der Mensch in der Unendlichkeit.

Gottfried von Purucker: Spirituelles Erwachen

Gottfried von Purucker:
Spirituelles Erwachen

ISBN 978-3-924849-67-2 (Paperback)
ISBN 978-3-924849-68-9 (Hardcover)
 

Dieses Buch bestellen >

 

Startseite
Impressum

Gottfried von Purucker
© Die Theosophische Gesellschaft Point Loma – Covina · Gödekeweg 8 · 30419 Hannover