Ein Pionier des Geistes

Teil 1: Wegbereiter für eine „Wissenschaft der Zukunft“

 

Als Naturwissenschaftler, bedeutender Sanskritgelehrter von internationalem Ruf und Experte für altbiblische Sprachen hatte Gottfried von Purucker direkten Zugang zu den Quellen der stets geheim gehaltenen Lehren der „Weisheit der Zeitalter“, die den Kern aller großen Philosophien, Wissenschaften und Religionen bilden. Schon früh erkannte er die Notwendigkeit eines interdisziplinären wissenschaftlichen Denkens, das Naturwissenschaften, Philosophien und Religionen miteinander verknüpft. Insbesondere verband er östliche Weisheit mit westlicher Wissenschaft. Es gelang ihm, das Beziehungsgeflecht von Geist und Natur in die Grundlagenforschung einzubeziehen, weshalb seine umfangreichen literarischen Werke als Pionierleistung besonderer Art für nahezu alle wissenschaftlichen Fakultäten gelten.

Übersetzungsfehler und falsche Interpretationen aufgedeckt

Seine ungewöhnlichen Sprachkenntnisse ermöglichten ihm u. a. ein umfassendes Studium der alten Philosophien und Religionen in ihren Originalsprachen. Er führte sie auf ihren essenziellen Kern zurück und deckte die hinter Allegorie, Symbolik und Mystizismus verborgenen Wahrheiten auf. Anhand vieler z. T. offen dargelegter Hinweise machte Gottfried von Purucker deutlich, dass die großen Glaubensrichtungen und philosophischen Systeme auf eine gemeinsame Quelle zurückgehen bzw. ihr entspringen. Übersetzungsfehler sowie falsche Interpretationen stellte er mithilfe der Urtexte richtig. Hierdurch befreite er viele zu reinen Dogmen erstarrte Glaubenssätze von ihrer degenerierten Ummantelung, wodurch sie ihre ursprüngliche Aussagekraft zurückerhielten.

Seit Jahrhunderten rätselt die Wissenschaft: Was wurde in den Mysterienschulen des Altertums – den Universitäten der Seele – gelehrt?

Als Sprachwissenschaftler hatte Gottfried von Purucker Zugang zu den literarischen Quellen, aus denen zeitalterlang in den Mysterienschulen aller Kulturepochen gelehrt wurde. Sie offenbarten ihm die verborgenen Geheimnisse von Mensch, Natur und Kosmos. Erst nach Jahrhunderten der strengsten Geheimhaltung konnte diese Weisheit der Zeitalter unserer westlichen Welt erneut als Theosophie, der „Esoterischen Philosophie“ bekannt gegeben werden. Die Wissenschaft hat zwar Kenntnis von der Existenz einiger Mysterienschulen, doch was in ihnen gelehrt wurde, blieb ihr bis auf den heutigen Tag ein Mysterium, das heißt unbekannt.

Im Gegensatz zu unseren Universitäten, an denen lediglich die messbare und physisch erfassbare Erscheinungswelt studiert wird, ist eine Mysterienschule eine „Universität der Seele“. In ihr werden die ursächlichen Wirkungsweisen der Natur, die eigentlichen Realitäten unseres Seins, die verursachenden Kräfte, die uns lenken und leiten, gelehrt. Dies führt uns zu Antworten auf die Fragen: Woher kamen wir? Was geschieht nach dem Tode? Gibt es darüber hinaus Bereiche, Sphären und Welten, die einem entkörperten Bewusstsein Wohnung geben? Welchen Sinn hat unser Erdenleben? Herrscht Zufall oder Gesetzmäßigkeit und Ordnung im Universum?

Eleusis und Samothrake in Griechenland sind heute noch als frühere Mysterienschulen bekannt. Die weniger bekannten Universitäten der Seele befanden sich unter anderem auch in Nordeuropa, Alt-Ägypten und Asien. Hier gab es geistige Zentren, die einst hochstehenden Zivilisationen ihren Stempel aufdrückten. Humanität, ethisches Empfinden, wahres Menschsein, Treue und Pflichterfüllung waren Voraussetzung für einen Schüler, um in diese „Universitäten der Seele“ aufgenommen zu werden.

Fatale wissenschaftliche Irrlehren

Profunde geisteswissenschaftliche Kenntnisse verband Gottfried von Purucker mit wissenschaftlichen und philosophischen Studien, die bisher kaum bekannte Bereiche naturwissenschaftlicher Forschung aufzeigen und eine faszinierende Welt hinter dem Physisch-Sichtbaren offenbaren. Wie kaum ein anderer legt er die realen Hintergründe und den Ursprung unseres Lebens dar. Die in heutiger Zeit auf Axiomen beruhenden Lehren wie die der Vererbung und des Darwinismus sowie die Urknalltheorie bedürfen grundlegender Korrekturen. So ist gemäß Prof. Dr. von Purucker die darwinistische Evolutionstheorie in Bezug auf den Menschen eine Irrlehre und hinsichtlich der Auswirkungen auf das menschliche Denken und Handeln katastrophal. Sie sollte daher richtiger als eine Lehre der „Transformation der Formen“ betrachtet werden, da sie mit wahrer, von Geist und Intelligenz geleiteter „Evolution“ nichts gemeinsam hat.

Auch die Theorien und Spekulationen über die Entstehung des Weltalls einschließlich des Sonnensystems und unseres Planeten Erde werden unweigerlich neuen, grundlegenden Erkenntnissen und Einsichten weichen müssen. Die Annahme einer aus dem „Nichts“ entstandenen „Ursuppe“ (Schöpfung) oder eines „Urknalls“ ist selbst für viele Wissenschaftler heute nicht mehr vertretbar. Universen, Sonnen und Planeten sind lebende Wesenheiten. Sie haben ihre Geburt, ihre Reife und sterben wie jede andere Wesenheit auch.

Diesen und anderen wissenschaftlichen Axiomen widmet Gottfried von Purucker in seinen tief gehenden philosophisch-wissenschaftlich fundierten Werken ein breites Spektrum. Viele seiner Aussagen haben bereits Eingang in Wissenschaft und Forschung gefunden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich der menschliche Geist von den Fesseln eines rein intellektuell ausgerichteten Materialismus befreit. Hierzu sagt Gottfried von Purucker in Bezug auf den Menschen:

„Der Mensch an sich ist eine unsichtbare Wesenheit. Was wir von ihm im und durch den Körper sehen, ist lediglich das Offenbarwerden des inneren Menschen, da der Mensch seinem Wesen nach eine spirituelle Energie ist – eine spirituelle, intellektuelle, psychomaterielle Energie. Das Beiwort hängt davon ab, welche Daseinsebene man gerade in Betrachtung seiner Lebensäußerungen ins Auge gefasst hat, denn die Wahrheit ist ja, dass er auf allen Ebenen (des Bewusstseins) existiert, den inneren und äußeren.“ (Goldene Regeln der Weisheit, S. 89, Hardcover-Ausgabe)

Vorreiter für kommende Jahrhunderte

Es wird erkennbar, dass die Forschungsprojekte, die derzeit mit einem gigantischen finanziellen Aufwand und mithilfe modernster Technologie zwecks Ergründung der Entstehung unserer Erde durchgeführt werden, an den kausalen Realitäten vorbeigehen. Die Entstehung jeglichen Lebens ist durch ursächlich wirkende Kräfte bedingt, sie kann daher weder mit modernster Technik noch auf der Grundlage rein materialistischen Denkens erforscht werden.

Gottfried von Purucker macht hierzu revolutionäre Aussagen, die eine völlige Neuorientierung des Denkens erfordern. Auch auf dem Gebiet heutiger Grenzwissenschaften sowie der Medizin, Psychologie und Pädagogik ist Gottfried von Purucker Vorreiter für die kommenden Jahrhunderte, indem er die inneren Zusammenhänge der unser Leben bestimmenden Gesetzmäßigkeiten sowie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Körper, Seele und Geist im Einklang mit der Natur in ihrer ganzen Fülle und Tiefe aufdeckt. Die von ihm mitgeteilten Erkenntnisse eröffnen neue Perspektiven. Sie sprengen die begrenzenden Schranken des materiell Sichtbaren und Nachweisbaren und führen in die inneren, ursächlichen Zusammenhänge von Mensch, Natur und Kosmos. Beeindruckend legt er dar, wie die gesamte Natur von Leben und Bewusstsein durchdrungen ist und dass es die inneren, noumenalen Kräfte sind, die unsere Welt der Erscheinungen erst ermöglichen. Damit legt Gottfried von Purucker den Grundstein für eine „Wissenschaft der Zukunft“, die sich nicht ausschließlich am physisch-materiellen orientiert, sondern die noumenalen geistigen Welten als wahren kausalen Hintergrund mit einbezieht.

Fortsetzung in Teil 2: Anders Denken – Schlüssel für eine bessere Zukunft >

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